Januarwoche 3: Wilde Woche
Wilde Woche in Berlin! In Grunewald greift ein Wildschwein drei Fussgänger an und verletzt sie an Händen und Hüften, worauf diese die Polizei verständigen. Die Berliner Polizei legt ein neues Konzept gegen Rockerkriminalität vor, nachdem sie bei einer Rocker-Geburtstagsfeier «feststehende Messer» gefunden hat. Ich will ja nicht spitzfindig sein, aber: braucht man «feststehende Messer» an Geburtstagen nicht einfach für den Kuchen? Doch ist die Stadt gerade mit einer ganz anderen Frage beschäftigt. «Ganz Berlin diskutiert die schockierenden Bilder der Schweine-Qualen auf der Grünen Woche», schreibt die B.Z. – 25 Ferkel unterschiedlicher – wie soll man sagen? – Migrationshintergründe (was hier so viel bedeutet wie: aus der Prignitz) haben sich blutige Machtkämpfe um die Rangordnung in ihrem neuen Stall geliefert. Der Senat legt unterdessen eine bunte Karte Berlins vor; für die rot markierten Problembezirke sei unter anderem charakteristisch, dass hier Kinder als Berufswunsch «Hartz-IV-Empfänger» angeben. Ich glaube ich hatte in meiner Kindheit in das gleiche Feld «Manager» geschrieben. Für besorgniserregend hielt das damals aber noch niemand. Apropos Berufswunsch: Die Frauen der Berliner SPD wollen das Gleichstellungsgesetz überarbeiten; viele Stellen im Management, beklagen sie, seien noch immer «auf männliche Biografien» angelegt. Also so was wie: als Junge geboren, «Max aus den Wilden Kerlen» als Berufswunsch angegeben, sich im Kindergarten nach oben gebissen, eine Racker-Bande gegründet und bereits am 6. Geburtstag die erste Tischbombe gezündet. Ich will jetzt nicht behaupten, dass das Amt des regierenden Berliner Bürgermeisters exakt auf diese Biografie zugeschnitten ist. Aber nur so viel: wird das Gleichstellungsgesetz nicht bald überarbeitet, wird Wowereit auf seiner Stelle bleiben. Ich schwör.
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