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Die Teevolution

Wie ich einmal versuchte, ein revolutionäres Produkt zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Eine vierteilige Serie für die ZEIT.

Vielleicht hält mich der Facebook-Algorithmus für revolutionär. Oder er glaubt, ich habe zu viel Geld. Vielleicht hält er mich auch nur für dämlich. Jedenfalls preist mir Facebook eine Produkt-Revolution nach der nächsten an, in den eigens für mich personalisierten Anzeigen. Das Kräutergarten-Küchengerät „Clickandgrow“ etwa revolutioniere mit „smarter Erde“, LED-Lampen und Sensoren, „wie frisches Essen gezüchtet wird“. Oder die „Bombas“-Socken: mit einer Wabenstruktur für Extra-Spannung, „wo Du sie am meisten brauchst“ (Mittelfuß), aus dem „komfortabelsten Socken-Material, das die Menschheit kennt“ (Baumwolle). Meinen die das ernst? Oder ist das Teleshopping für Digital Natives?

Das Versprechen lautet eigentlich immer: rundum erneuerter Alltag mit dreihundert Prozent verbessertem Lebensgefühl. Nicht weniger als: die Revolution. Ob als Blumentopf (mit Internet) – oder als Baumwollsocke.

Und mit jedem neuen Nebel-Duschkopf („revolutionizing the way you shower“), den mir Facebook zeigt, frage ich mich: Könnte auch ich ein revolutionäres Produkt erfinden, das Leben verändert? Vielleicht sogar reich damit werden? Oder zumindest meine Rente sichern? Meine Freunde kriegen gerade Kinder, potenziell Hochbegabte (und Altersvorsorgen). Ich könnte wenigstens ein geniales Ding in die Welt setzen.

Zu den einzelnen Folgen…

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